Rheinlandzeitung
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Fans

Fans weitaus besser als ihr Ruf

In der Presse liest man ständig von randalierenden Fans. Ob es sich um Tatsachen oder aufgebauschte Sensationsberichte handelt, wollte der Autor dieses Artikels persönlich erfahren. So schloss er sich den Fans des SV Waldhof zum Auswärtsspiel nach Karlsruhe Durlach an und fuhr mit den Fans von Mannheim bis Durlach mit dem Zug mit.
Die Fans in dem Zug waren fröhlich und sangen ihre Fanlieder. Keiner der Reisenden fühlte sich dadurch belästigt. Die Fans behandelten die übrigen Reisenden höflich und zuvorkommend. Beim Aussteigen wurde den Reisenden Platz gemacht und auch beim Verlassen des Zuges geholfen.
Es war in dem Zug eine mehr wie friedliche Atmosphäre. In Durlach angekommen standen sogenannte Ordnungshüter bis an die Zähne bewaffnet im Kampfanzug, kugelsicheren Westen, sowie Schutzhelmen mit Visier.
Die friedlichen Fans wurden in Richtung Stadion eskortiert und von der Polizei begleitet. Der Polizeieinsatz war mehr als überzogen. Ich bewunderte die Fans, die es geduldig über sich ergehen ließen, hier ihrem Grundrecht der persönlichen Freiheit beraubt worden zu sein.
Ich als normaler Staatbürger fühlte mich mehr wie frustriert und musste mich sehr zurückhalten, um nicht gegen die Behandlung der Staatmacht in einer sogenannten Demokratie massiv zu protestieren.
Was hier mit Menschen getrieben wird hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Ein massives Polizeiaufgebot für harmlose Fans ist mehr als überzogen. Es waren Väter und Mütter mit ihren Kindern dabei. Man muss sich nicht wundern, dass die Kinder von früh auf ein gestörtes Verhältnis zu dem sogenannten „Freund und Helfer“ entwickeln. Hier sind nicht die Kinder die Schuldigen sondern die Unfähigkeit der Polizei. Bei dieser massiven Polizeipräsenz muss man sich fragen für was eigentlich unsere Steuergelder verschwendet werden. Das Motto der Polizei scheint nicht mehr „Freund und Helfer zu sein“, sondern „warte Freund ich helf dir“!
Doch weiter zu den mehr wie negativen Eindrücken die ich an dem Tag über mich ergehen lassen musste. Im Stadion angekommen wurden die Fans des Waldhof in einen Käfig geleitet mit den Kindern, Vätern und Müttern. Sie wurden regelrecht eingesperrt und konnten sich nicht frei bewegen sondern hatten nur ein paar Quadratmetern auf denen sich die Fans aufhalten mussten. (Siehe Fotos)
Ausserdem waren in Ihren „Fangefängnis“ keinerlei sanitäre Einrichtungen vorhanden.
Was bewundernswert war und mich wirklich begeistert hat, dass die Fans es geduldig ertragen haben und ihrem wahren Grund, ihre Mannschaft zu unterstützen, ausgiebig nachkamen.
So erlebten die friedlichen Fans den 1:0 Erfolg ihrer Mannschaft gegen Karlsruhe Durlach.
Nach dem Spiel war wieder alles vom „Freund und Helfer“ dicht gemacht worden und nur die Richtung zugelassen wurde, die von der Polizei vorgegeben war. Einige der Fans wollten noch in den nahegelegenen Biergarten gehen, was jedoch durch die Polizei verhindert wurde.
Auch dieses wurde von den Fans geduldig ertragen. Das Verhalten gegen harmlose Bürger, die gekommen waren um ein Fußballspiel zu sehen, brachte mich persönlich auf die Barrikaden.
Ich ging auf die Polizeibeamten zu, wies mich ordnungsgemäß durch meinen Presseausweis als Vertreter der Presse aus und fragte höflich einen Beamten warum der Zugang zum Biergarten verwehrt wurde. Darauf bekam ich zur Antwort, dass es mich nichts anginge. Als ich entgegnete, dass dies keine Art sei mit Vertretern der Presse umzugehen meinte ein anderer „Verschwinde“.
Das Fazit meiner Begleitung der Fans ist, nicht die Fans provozieren, sondern die Polizei mit ihrem unmöglichen Auftreten, das nur auf Überheblichkeit und Demonstrieren der überzogenen Staatgewalt beruht. Ein Nachbessern in der Ausbildung der Polizei wäre dringend angeraten. Somit werden mündige Bürger ihrer Freiheitsrechte beraubt von den Leuten, die eigentlich die Grundrechte der Bürger schützen sollten.
Die Sensationspresse der Medien macht ein übriges, um das negative Image friedlicher Sportfans noch zu verstärken.
Sportfans sind keine Verbrecher, sondern Bürger mit Grundrechten, die scheinbar in unserer Zeit nicht mehr zählen. (ek)